Restaurant Mongolei Wentorf - All you can eat (and more)…

Samstag, 8. November 2008 11:39

Das Buffet (Bildquelle: Qype, Mongolei Wandsbek)

Eins vorweg: Eigentlich hasse ich die all-you-can-eat Idee. Restaurants müssen wirtschaftlich arbeiten, daher gehen Qualität und Massen extrem selten Hand in Hand. Der Gastronom ist immer in Versuchung den Gast möglichst günstig zu sättigen. Wer jemals an einem all-you-can-eat sushi Laufband gesessen hat und zwischen Tonnen von Lachs (=billigster Sushi Fisch) mal ein Stück drittklassigen Thunfisch ergattern wollte, weiss wovon ich spreche. Zusätzlich mache ich mittlerweile einen Bogen um den 0815 Rindfleisch süss-sauer Chinesen, da ich weder der Glutamatpampe noch der Fleischqualität traue. Also schlechte Vorzeichen.

Mit Freunden und auf deren Empfehlung wagten wir uns trotzdem ins Restaurant Mongolei in Wentorf (es gibt wohl noch weitere Filialen in Wandsbek und Norderstedt). Das Restaurant ist groß etwa 150 Plätze, mit recht dichter Bestuhlung und einem Buffet in der Mitte. Speziell am Wochenende sollte man reservieren, denn es ist meist brechend voll. Das Restaurant ist teilweise mit Neon-Röhren beleuchtet und strahlt einen leicht sozialistischen Charme aus. Wie auch die robuste Bedienung, welche a la Carte Bestellung ablehnt(!) “Zu teuer, Buffet viel besser”… aber das chinesische Bier fix bringt. Wir sind ja nicht zum Spass hier, also vier mal das Buffet für 13.80€ geordert (Mittagsbuffet 6.80€).

Das Buffet besteht zur Hälfte aus fertigen chinesischen Standards wie Ente, Huhn, Schwein in unterschiedlichen Sossen (OK), Frühlingrollen(unansehnlich aber lecker), aber auch eher japanisch angehauchten Speisen wie Gemüse Tempura(gut) oder Sushi-ähnlichen Reisröllchen (sahen zu verlebt aus um sie zu probieren) besteht. In Ordnung aber ziemlich unspannend.

Interessant ist die zweite Hälfte des Buffets die besteht nämlich aus rohen Zutaten wie Rind, Schwein, Lamm, Scampi, Tintenfisch, Nudeln, div. Gemüsen. Die lädt man sich auf den Teller und geht zu einem Tresen wo ein chinesischer Koch diese einem mit einer von zwanzig zur Auswahl stehenden Saucen frisch zubereitet. Das ist natürlich der Hit. Die Saucen reichen von “Standard-China braune Sosse” über leicht thailändisch angehauchtes, bis zur mongolischen Kräutersosse, deren Schärfe den mongolischen Kehlgesang beim Gast entstehen läßt. Alles in allem sehr lecker, obwohl die Sossen sich etwas für meinen Geschmack etwas zu sehr ähneln. Da man die Zutaten im Rohzustand sieht, kann man sich wunderbar von deren Qualität überzeugen, die war übrigens durchgehend sehr gut.

Suchterzeugend, gesellig, an den Spieltrieb appellierend, klasse.

Recht pünktlich um 10 leert sich das Restaurant dann auch, es verleitet ja auch nicht unbedingt zum versacken, man ist dann auch randvoll es zieht einem ins Bett.

Unterm Strich sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis, speziell wenn man richtig hungrig ist.

Punkte:  4 von 5

Restaurant Mongolei
Hamburger Landstraße 41
21465 Wentorf bei Hamburg

040 63678388

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Trattoria le Madonie wenig Kür dafür 10 Punkte in der Pflicht

Sonntag, 28. September 2008 14:35

Trattoria le Madonie Schillerufer 41

Trattoria le Madonie - Schillerufer 41

Die Karte kommt klassisch daher: Antipasti, Bruschetta, Pizza, Pasta, Fleisch und Fisch. In Zubereitungen die man alle schon bei zig Italienern gesehen hat. Allerdings kommt eine Qualität aus der Küche die (zumindest in dieser Region) momentan ihres Gleichen sucht.

Schön in einer Ecke des Schillerufers gelegen, in einem denkmalgeschützten Gebäude liegt diese nach einer nordsizialianischen Bergkette (wieder mal was gelernt) benannte Trattoria. Das es dort regelmäßig sehr voll war, war mir schon länger aufgefallen, aber das ist es bei McDo oder Meister Schmuddelgrieche auch. Allerdings machte das bereits ausgezeichnete Essen bei einem Mittagsbesuch eine genauere Untersuchung am Abend notwendig.

Beim eintreten fällt gleich die große offene Küche auf, was immer einen guten Eindruck macht. Ansonsten hat das Restaurant einen tollen Blick aufs Wasser, die Einrichtung ist leider übliche Italiener Standard, inklusive fieser Italo Schlagermusik. (Ob es die Wirte sind die die Gäste für 60er Jahre Italienurlaubsromantiker halten oder es wirklich Gäste gibt denen der Lambrusco dann gleich noch besser schmeckt sei dahingestellt.)

Egal, der sehr aufmerksame Service platzierte uns und innerhalb weniger Minuten hatten wir schon Wasser, Wein und Vorspeisen auf dem Tisch. Die Bruschetta (um 4€) sind sehr liebevoll gemacht und werden in unterschiedlichen Varianten Angeboten. Der offene Weisswein war gut gewählt, ausgewogen ohne zu flach sein.

Die Offenbarung kam dann mit den Hauptspeisen. Die Lammschulter mit Kirschtomaten war unglaublich zart, perfekt gebraten und geschmacklich auf den Punkt gewürzt (um 16€). Die Pizza mit Ziegenkäse und Artischocken (um 9€ Euro) war ein Knaller gross, kross, das Zusammenspiel Boden, Tomatensosse und Belag perfekt.

Leider waren wir dann auch so satt, dass wir nicht mehr an Nachspeisen, wie das hausgemachte Tiramiu, denken konnten.

Preislich liegt die Trattorie vielleicht etwas über “Eck-Italiener” Niveau, dennoch würde ich die Preise vor dem Hintergrund der Küche und des Services ohne weiteres als billig bezeichnen. Zur Zeit ist das le Madonie aus meiner Sicht der beste Italiener dieser Gegend.

Punkte: 4,5 von 5

Trattoria le Madonie
Schillerufer 41
21029 Hamburg
Tel.: 040 - 72 69 71 40
Fax: 040- 49 21 90 20

http://www.madonie.de

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Holstenhof - Deutsche Küche Top - Ambiente und Service Flop

Samstag, 23. August 2008 21:21

Der Holstenhof soll ja (als nicht Bergedorfer kann ich das nicht beurteilen) schon Ewigkeiten existieren. Gestern haben wir im Rahmen eines kleinen Familienfestes dort gespiesen. Ehrlich gesagt hätte ich mich ob des wenig einladenden Äusseren (dunkle Fenster, Kegelklubschilder) auch sonst nicht hinein gewagt.

Der Eingangsbereich entspricht der aus der Raucherkneipen-Debatte hinlänglich bekannten “Inhabergeführten Trinkhalle”. Sprich viel Braun, dunkel, Kneipe halt. Es gibt einen Raucherbereich und mehrere unterschiedlich große Räume für Feierlichkeiten, sowie Kegelbahnen im Keller.

Aber wir waren ja nicht zum Kegeln da. Die Karte kam und führte zur ersten Überraschung. Die Preise waren duchgängig unter 10€, ich nahm einen Knusperfisch (bekam allerdings einen Tilapia) mit Bratkartoffeln und Remou für 7,50€, meine Gattin ein Roastbeef für 9,30€.

Beides war reichlich und richtig, richtig lecker, die Bratkartoffeln kross, der Salat OK und der Fisch und das Roastbeef handwerklich 1a. Richtig günstig und gut.

Leider hatte der Service eine Mentalität die ich noch aus Besuchen in Restaurants der damaligen DDR kenne. Fehler und Missverständnisse wurden dem Gast zugeschoben. “Es haben ja alle ihr Essen, dann haben Sie doch das Huhn bestellt.” Erstmal ist das logischer Unfug, es sei denn Service und Küche halten sich für unfehlbar. Zum anderen war die Gastgeberin eine 85jährige Dame. Damit sollte genug gesagt sein (und sie hatte korrekt eine Currywurst und kein Huhn bestellt). Leider wiederholte sich die Episode in ähnlicher Form noch mehrfach an dem Abend. Wir schwankten zwischen Tränen lachen und dazwischengehen um die Nötigung zu beenden.

Die Location ist Geschmacksache, klar es gibt viele dunkle Braune Restaurant mit (oftmals guter) deutscher Küche, speziell in Bergedorf. Uns ist es zu dunkel und braun, das reisst dann auch das gute und günstige Essen nicht raus.

Punkte 2,5 von 5.

Lohbrügger Landstraße 38, 21031 Hamburg-Lohbrügge
Tel. 040-739 94 28, Fax 040-79 41 92 60
Geöffnet: mo ab 16 Uhr, di-so 11-? Uhr, Küche bis 22 Uhr
Schank- und Speisegastwirtschaft mit Kegelbahn,
Clubräume bis 80 Personen, Mittagstisch, Parkplätze

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Mediterran - Viel Licht und etwas Schatten bei Bergedorfs “Edelitaliener”

Sonntag, 13. Juli 2008 21:43

Restaurant Mediterran Restaurants in Bergedorf zu beurteilen ist nicht ganz leicht, da man sich schnell die Frage stellen muss mit welchem Mass man misst. Ich bin ziemlich sicher, dass ein italienisches Restaurant mit feinen kleinen Portionen (wie z.B. das La Vela), bei dem man zumindest eine Vorspeise und eine Hauptspeise nehmen muss um nicht hungrig nach Hause zu gehen in Bergedorf keine grosse Zukunft hätte. Der Gastronom ist zu einem Kompromiss gezwungen. Das hat Vorteile wie durch die Bank günstige Preise für Klassiker im Bereich Pizza/Pasta, aber leider fehlt dann auch oft der Mut und die Kreativität höchste Qualität zu produzieren die dann auch ihren Preis haben muss.

Ein gutes Beispiel ist das Mediterran. Dem Restaurant eilt der Ruf voraus zu den besten Italienern der Gegend zu gehören und auch eher hochpreisig bei eher kleinen Portionen zu sein. Beides stimmt nicht. Preise bewegen sich im durchschnitt (z.B. Pizzen 5-8€) und die Pastportionen sind absolut ausreichend für den zivilisierten Appetit. Dazu passt leider nicht (oder vielleicht gerade doch) das etwas nervige “upselling” des Kellners (”Nein ich möchte wirklich keine Vorspeise.”).  Der Service war ansonsten gut und aufmerksam und brachte schnell das obligatorische italienische Brot mit einem scharfen Dipp auf Mayo Basis, lecker aber etwas zu scharf als Starter. Darauf kam ein ausgezeichnetes klassisches Bruschetta mit kalten Tomaten und dezenter Knoblauchnote als Gruss aus der Küche, das liess auf mehr hoffen.

Die Vorspeise meiner Gattin, die Wirsingkohl-Involtini von der Tageskarte für knapp 7€ waren grausam. Zwei Kohlwickel mit Kochschinken und reichlich gelbem Käse überbacken in einer langweiligen Tomatensosse. Wenig kreativ und noch weniger schmackhaft.

Die Pizza hatte einen schönen Teig und war schön knusprig. Zur mitte hin würde der dünne Teig mit etwas viel Käse beschwert und auch trockene Streukräuter müssen nicht sein. Trotzdem war die Pizza lecker, für 5€ allemal.

Ein echtes Highlight des Mediterran sind die selbstgemachten Nudeln. Deshalb bestellten wir auch Pasta Mista (13€) und Gnochi mit Gorgonzala und Filetspitzen (10,50€). Letztere kamen in einer angenehm ausgewogen komponierten Gorgonzola Sosse und schmeckten sehr gut. Die Pasta Mista bestand aus drei Nudelgerichten in einem speziellen Drei-Kammer-Teller.  In Kammer eins befanden sich die bereits erwähnten Gnochi, in Kammer zwei Tortellini in einer Trüffelsosse und in Kammer drei schwarze Canneloni mit einer Fischfüllung. Die Nudeln waren in allen Variationen stets hervorragend und die Sossen zumindest gut, lecker aber vielleicht eine Spur einfallslos.

Fazit: Ordentlicher Italiener mit tollen selbstgemachten Pastagerichten.

Punkte: 4 von 5

Website: http://www.hotel-mediterran.de (aua!)

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The all-time classic - Das Block House Bergedorf

Dienstag, 1. Juli 2008 23:46

Das Block-House ist eine Hamburger und speziell Bergedorfer Institution, seit gefühlten dreitausend Jahren werden in diesem Restaurant nach vollständig unveränderten Rezepten Steaks gegrillt, Baked Potatoes gebacken und Salate zubereitet die stets von erster Qualität sind.

Die Preise bewegen sich zwischen 10 und 30 Euro, je nachdem ob einem ein Huftsteak oder Burger ausreicht oder man zu grösserem tendiert.

Da speziell Salat, Sour-Creme und Block-Brot einen unverzichtbaren Teil des Block Besuchs darstellen, nehme ich meist einen dieser drei als Vorspeise und dann ein kleines Huftsteak. Des is dann nett nur eiserscht günschtisch sonnern auch eiserscht schmockhaft.

Besonders zu erwähnen ist die Kinderfreundlichkeit die nicht nur aus Kinderstühlen und Malsets besteht, sondern auch von den Servicemitarbeitern ausgestrahlt und umgesetzt wird.

Ja klar, einfallreich ist was anderes und zu Block zu laufen ist gastronomisch ebenso konservativ wie die Altengammer Wohnbevölkerung, aber für ein erstklassiges Stück Fleisch ist das Block-House erste Wahl. Block-House Restaurants sind zwar in jeder Filiale gut aber das tolle Gebäude des Restaurants in Bergedorf macht es zu einem echten Klassiker.

Fazit: Service und Speisen Top, wenig neues aber das ist eher von Vorteil.

Punkte: 4,5 von 5

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